Bitte wenden Sie sich an den Seiteninhaber, wenn Sie Bilder herunter laden wollen.

Uganda, Gorilla Tracking intensiv, Foto Safari, September 2018

Uganda, Gorilla intensiv Safari

September 2018

Uganda - The pearl of Africa (Winston Churchill)

Seit Jahren stand es schon ganz weit oben auf unser Wunschliste: Einmal die Berggorillas in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten...

Leider ist ihr natürlicher Lebensraum - der tropische Regenwald Zentralafrikas - fast komplett vernichtet, so dass es heute nur noch zwei Populationen gibt. Somit ist ein Beobachten dieser extrem bedrohten Spezies auch nur in Kongo, Ruanda und Uganda möglich.

Reisevorbereitung

Für uns gab es zwei Gründe, die für Uganda sprachen. Zum einen war unsere Sicherheit im Kongo (09/2018) durch den wieder ausbrechenden Bürgerkrieg nicht gewährleistet und zum anderen hat Ruanda die Preise für das Gorilla Tracking so stark erhöht, dass es dort für uns nicht bezahlbar ist.
- Aktuelle Informationen zur Sicherheitslage in Uganda findet ihr auf der Seite des Auswärtigen Amtes.

Reiseplanung

Uns war es wichtig, die Reise individuell nach unseren Wünschen zusammen zu stellen. Wir wollten mehrere Gorilla Trackings (in verschiedenen Gebieten, mit verschiedenen Familien) kombinieren mit einer ruhigeren Phase in der Savanne und uns von einem lokalen Guide vor Ort begleiten lassen.
- Bei der konkreten Planung hat uns Karibu Safaris super unterstützt und alles perfekt organisiert.

Anreise

Mit dem Flugzeug ist Uganda (Entebbe) aus Deutschland in ca. 10h mit Zwischenstopps z.B. in Amsterdam oder Brüssel erreichbar. Da unser Hauptaugenmerk den Gorillas im Süden von Uganda galt, haben wir uns jedoch alternativ für die Anreise über den Flughafen in Kigali/Ruanda entschieden. Von dort ist der Bwindi N.P. in ca. 5-6h Autofahrt inkl. Grenzkontrolle zu erreichen.

Für diese Reiseroute empfiehlt sich das Ostafrika-Visum (EAC-Tourist), das gleichzeitig für Kenia, Ruanda und Uganda gilt (90,- € p.P.). Dieses haben wir vorab in der Botschaft von Ruanda beantragt, um Zeit auf dem Flughafen bei der Einreise zu sparen.

Impfungen

Je nach Reisegebiet in Uganda werden durch das Tropeninstitut verschiedene Impfungen empfohlen. Uns waren besonders die Malaria Prophylaxe und die Gelbfieberimfung wichtig. Gelbfieber auch deswegen, weil diese Impfung bei der Einreise nach Ruanda (Rückreise aus Uganda) nachgewiesen werden muss. Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten für die empfohlenen Impfungen... es lohnt sich also einmal nachzufragen.

Zur Vorbeugung gegen Malaria hatten wir auch eigene Moskito-Netze für die Betten eingepackt, falls es mal in einer Unterkunft keine geben sollte.

Wetter

Uganda kennt zwei Jahreszeiten: Die Regen- und die Trockenzeit. Regenzeit ist jeweils März/April/Mai und September/Oktober/November, Trockenzeit dementsprechend Juni/Juli/August und Dezember/Januar/Februar. Die Temperaturen liegen zwischen 20-30°C, also sehr ähnlich unserem europäischen Klima. Oft wird die Trockenzeit als beste Reisezeit empfohlen, was wir aus unserer Sicht so nicht unterschreiben würden. Durch den Klimawandel gibt es jetzt auch in der Trockenzeit verstärkt Regenfälle und selbst in der Regenzeit halten diese oft nicht länger als 1..2h an. Dann klart es wieder auf. Dafür ist die Landschaft viel grüner und das Leben pulsiert...

Währung

Die lokale Währung ist der Uganda Schilling (UGX) . Diese kann man nicht vorab in Deutschland tauschen, sondern nur vor Ort in Banken und kleinen Wechselstuben. Aber genauso werden oft US-Dollar und EURO in bar sowie Kreditkarten akzeptiert. Der Wechselkurs war während unserer Reise ca. 1 USD=3.400 UGX und 1 EUR = 4.100 UGX. Besonders gefallen hat uns die größte Banknote des Landes, denn auf der 50.000 UGX  Note ist ein Gorilla abgebildet.

Zu Besuch bei den Gorillas...

Lebensraum und Lebensweise der Berggorillas

Die Berggorillas sind Bewohner des tropischen Gebirgs-Regenwaldes in 2.000 - 4.000 m Höhe. Sie ernähren sich rein vegetarisch, einzig bekannte Ausnahme sind Ameisen. Dabei ist der Anteil von Blättern und Sprossen deutlich höher als der von Früchten. Je nachdem, welche Nahrungsquellen gerade im Revier einer Familie vorhanden sind, stellt sich die Familie darauf ein. So werden ca. 20% des Tages mit Wanderung und Nahrungssuche, ca. 60% mit Nahrungsaufnahme und 20% mit Ruhen und sozialer Bindung verbracht.

Auf unseren Trackings haben wir Familien Sprossen des Bambus-Waldes, Triebe von Farnbäumen und Blätter verschiedener Lianengewächse fressen sehen. Wobei die Jungtiere von den Erwachsenen lernen, wie mit der entsprechenden Nahrung umzugehen ist.

Regenwald, Bwindi N.P.

Berggorillas leben in Gruppen von ca. 10 bis max. ca. 50 Tieren, wobei jede Gruppe von einem dominanten Silberrücken angeführt wird. Seine Aufgabe ist es, die Familie zu beschützen und zusammen zu halten. In einigen der Familien duldet der Silberrücken auch weitere ausgewachsene Männchen neben sich, z.B. leben in der Nyakagezi Gruppe 4 Silberrücken.

Nach letzten Zählungen aus 2018, die final aber noch nicht abgeschlossen sind, gibt es heute wieder >1.000 Individuen. Dass der Bestand wieder steigt ist auf den strengen Schutz und ein durchdachtes Tourismus-Konzept zurückzuführen. Ca. die Hälfte der Gorillas lebt im Gebiet des Bwindi Impenetreble N.P. (Uganda), der Rest im Gebiet der Virunga Berge (Virunga N.P. (Kongo) + Volcanoes N.P. (Ruanda) + Mgahinga Gorilla N.P. (Uganda)). In den beiden Parks Ugandas wurden über die letzten Jahrzehnte ca. 15 Familien an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt (habituiert) und können in geführten Touren besucht werden.

 

Permits

Die habituierten Gruppen dürfen für 1h/Tag von max. 8 Touristen besucht werden, und um die Tiere zu schonen auch nicht jeden Tag. Der Besuch wird durch ein Permit-System der Uganda Wildlife Authority (UWA) geregelt. Da die Permits somit stark begrenzt sind ist es zu empfehlen, sich rechtzeitig für ein geplantes Tracking anzumelden. Bei Buchung wird sofort die Permit in Höhe von 600,- USD (09/2018) fällig. Dieser Betrag beinhaltet auch die Nationalpark-Gebühr und ist nicht erstattbar. Das ist natürlich schon eine ganze Menge Geld, welches aber sehr sinnvoll in den Schutz der Nationalparks Ugandas und der Tiere wieder zurück fließt.

Leider kommen nur ca. 20% der Nationalparkgebühr den lokalen Communities zu Gute. Ohne aber die angrenzenden Communities mehr am Tourismus teilhaben zu lassen werden Interessens-Konflikte, die natürlich zwischen den Farmern und den Naturschützern bestehen, schwer zu lösen sein.

Verhaltensregeln

Zu Beginn eines jeden Trackings werden die Teilnehmer von den Rangern in die Verhaltensregeln gegenüber den Gorillas eingewiesen. Die wichtigste Regel ist: Kranke dürfen nicht zu den Gorillas! ... denn diese könnten sich mit den übertragenen Keimen infizieren, schwer erkranken oder sogar daran sterben. Sollte jemand vor Ort offensichtich krank sein, wird er von den Rangern direkt vom Tracking ausgeschlossen, Kinder unter 15 Jahren dürfen generell nicht am Tracking teilnehmen. Die Besucher sollen sich ruhig und respektvoll den Tieren gegenüber verhalten. Der minimale Abstand beträgt 7m, was wirklich schon sehr dicht ist. Nur ein Gorilla darf diese Distanz unterschreiten. Sie ist auch ideal zum Fotografieren,  natürlich nur ohne Blitz.

Aus unserer Sicht sind das alles Selbstverständlichkeiten an die sich jeder halten sollte!

Gorilla Tracking

Im Bwindi N.P. gibt es 4 Tracking Startpunkte. Bitte beachtet bei der Reservierung eurer Übernachtung, dass sie in der Nähe des Startpunktes ist, für den ihr die Permit habt! Sonst kann es bedeuten, dass ihr mehrere Stunden Anfahrt in Kauf nehmen müsst, um pünktlich 8:00 Uhr am Tracking Startpunkt zu sein. Die Straßen in Uganda sind oft nicht asphaltiert und gerade in der Regenzeit unberechenbar, manchmal sogar unpassierbar.

Jede Tracking Gruppe wird von einem Ranger geleitet, von dem man auch viel Wissenswertes über die Natur und speziell die Gorillas erfahren kann. Der Ranger steht über Funk mit einer Gruppe von Trackern in Verbindung, die schon lange vor den Touristen aufgebrochen sind. Sie beginnen die Suche nach den Gorillas, wo sie am letzten Tag gesehen wurden und verfolgen ab dort ihre Spuren. Wenn sie sie gefunden haben wird der Ranger informiert und kann die Besucher ohne große Umwege direkt zu den Tieren führen. Sobald die Touristen auf die Tracker treffen beginnt die 1 Stunde Besuchszeit.

Da man nicht weiß wo sich die zu besuchende Gorilla Familie gerade aufhält, muss man sich auf alle Eventualitäten einstellen. Das betrifft sowohl die Kleidung und Schuhe, als auch Verpflegung und Trinken. Es werden gute Wanderschuhe und Outdoorbekleidung im Zwiebelschichtsystem empfohlen, wobei auch eine Regenjacke für einen plötzlich einsetzenden Schauer eingepackt werden sollte. Daneben wird zu Stulpen zum Schutz gegen die unangenehm beißenden Ameisen geraten, aber das Tragen langer Socken, in die die Hosenbeine gesteckt werden, ist auch ein gutes Mittel. Pro Person rechnet man mit 1,5 - 2l Wasser und natürlich der obligatorischen Lunchbox. Wir haben zur kurzfristigen Stärkung auch immer etwas Traubenzucker im Rucksack, falls es richtig anstrengend werden sollte.

Das Tracking beginnt oft auf schmalen, ausgetretenen Pfaden im Regenwald. Sie können sehr steil und - je nach Regen am Vortag - auch sehr rutschig sein. Je weiter man in den Urwald vordringt können auch diese Pfade verlassen werden, so dass der Weg durch die Begleiter mit Macheten freigeschlagen werden muss.

Aus diesem Grund können Wanderstöcke ausgehliehen werden und es empfiehlt sich, einen Porter zu engagieren. Porter sind zum einen für das Tragen des Rucksacks verantwortlich, der auch mit 2..3kg nach den Stunden der Wanderung sehr schwer erscheinen kann. Zum anderen bieten sie Hilfestellung, wenn das Gelände wirklich schwierig wird.

Porter sind keine Angestellten des Nationalparks. Sie leben in den umliegenden Communities und werden durch eine Organisation im Rotationsprinzip vermittelt, so dass jeder ca. 1x/Monat als Tracker arbeitet. In diesem Sinne sind die 15,- USD auch eine gute Investition in den Naturschutz.

Bei den Gorillas

Der Moment, in dem man das erste Mal unseren nahen Verwandten gegenübersteht ist unbeschreiblich! Die eine Stunde Besuchszeit vergeht wie im Fluge. Wir haben die Gorillas beim Wandern, beim Fressen, beim Spielen, bei den sozialen Kontakten und sogar bei der Kopulation beobachten können und hatten nie dass Gefühl, nicht willkommen zu sein.

Es fällt wirklich schwer, unsere Emotionen in Worte zu fassen oder auf Bildern festzuhalten...

Mama, ich kann nicht mehr...

Nach dem Tracking

Nach Ablauf der Stunde Besuchszeit verabschiedet man sich von den Trackern. Während die Besucher sich auf den Rückweg begeben verbleiben die Tracker bis ca. 1h vor Sonnenuntergang bei den Tieren. So wissen sie wo sich die Gorillas ihre Schlafnester für die Nacht bauen und wo am nächsten Tag die Spurensuche wieder beginnt. Auf dem halben Rückweg wird oft eine kleine Pause eingelegt, man darf die körperliche Belastung des Trackings nicht unterschätzen. Nach ca. 2-2,5 h Hinweg und der Besuchszeit kann man einen Moment zur Ruhe kommen und sich mit dem Inhalt der Lunchbox stärken.

Zurück am Ausgangspunkt des Trackings wird man von den Rangern verabschiedet. Jeder erhält ein Zertifikat, auf dem zur Erinnerung auch noch einmal der Name der Gruppe vermerkt ist. Jetzt hat man auch Gelegenheit, sich von den Portern, den bewaffneten Begleitern und dem Ranger zu verabschieden. Für uns war es eine Selbstverständlichkeit, neben der Bezahlung der Porter auch allen anderen Beteiligten für den hervorragenden Job mit einem Trinkgeld zu danken.

Gorilla Habituation Experience

Neben dem Gorilla Tracking gibt es eine weitere Möglichkeit, Gorillas zu beobachten, die Gorilla Habituation Experience. Während die Familien, die beim Tracking besucht werden, vollständig habituiert sind gibt es z.Zt. (09/2018) im Bwindi N.P.eine Gruppe, die sich gerade im Habituierungs-Prozess befindet. Dieser Prozess dauert je nach Gruppe zwischen zwei und vier Jahren. Täglich verbringen die Ranger mehrere Stunden bei den Tieren um sie an die Anwesenheit von Menschen zu gewöhnen, so dass sie den Menschen irgendwann als Bestandteil der natürlichen Umgebung betrachten.

Die Anzahl der Touristen ist in der Habituation Experience auf Maximum vier begrenzt und die Besuchszeit beträgt vier Stunden. Sie beginnt mit der Besichtigung der Schlafnester anhand derer die Ranger erkennen können, wie viele Tiere zu der Gruppe gehören. In den Nestern finden sie Haare und Exkremente, mit denen das Geschlecht und das Alter bestimmt werden können. Und in manchen Nestern findet man neben einem großen auch einen kleinen Haufen... Nachwuchs! :-)

Die Habituation Experience wird ebenfalls vom UWA angeboten und kostete im September 2018 1.500,- USD p.P..

Ishasha Sektor

Queen Elizabeth N.P.

Ishasha Sektor - Queen Elizabeth N.P

Der Ishasha Sektor ist ein Gebiet im Süden des Queen Elizabeth N.P.. Er ist berühmt für seine Löwen, die in der Mittagshitze gern auf Bäume klettern und sich so durch den leichten Windzug den Bauch kühlen lassen. Wir hatten Glück und fanden um die Mittagszeit ein Jungtier auf einem abgestorbenen Baum. Der Rest der Familie hatte sich irgendwo in der Nähe versteckt, wie wir von anderen Parkbesuchern erfuhren.

Als wir später den Baum ein zweites Mal aufsuchten waren vier Jungtiere auf dem Baum. Herrlich zu beobachten, wie jeder versuchte so bequem wie möglich sein Schläfchen zu halten...

Baumlöwen des Ishasha

Neben den Löwen haben wir an Großtieren einige Elefanten, einige Büffel, einige Leierantilopen (Topi)  und viele Uganda-Grasantilopen gesehen. Insgesamt ist die Dichte an Tieren nicht so hoch wie wir es z.B. in Kenia gesehen haben. Der Bürgerkrieg, der erst vor einigen Jahren endete, hat seine Spuren auch hier hinterlassen. So fehlen z.B. Giraffen, Nashörner und Zebras komplett im Park. Aber neben den Großtieren gibt es genügend anderes Interessantes im Park zu entdecken. Da ist zum einen ein kleines Sumpfgebiet, in dem gelegentlich ein Schuhschnabel Rast macht. Und was uns immer wieder faszinierte ist die ungemein große Anzahl von Vögeln: Uganda ist ein Paradies für Ornithologen... und auch für Fotografen!

Es ist jedes Mal ein Highlight, den Tag mit einem Morning-Game-Drive zu beginnen. Ca. 1h vor Sonnenaufgang wird gestartet, so dass man die Natur erwachen sieht und die Tiere im perfekten Licht der Morgensonne fotografieren kann.

Kazinga Kanal

Queen Elizabeth N.P.

Kazinga Kanal - Queen Elizabeth N.P.

Der Kazinga-Kanal ist ein breiter, ca. 32km langer natürlicher Kanal und verbindet den Lake George und den Lake Edward in Uganda. Er liegt inmitten des Queen Elizabeth N.P. und hat eine beeindruckend hohe Tierdichte. 2.500 Bilder in 2h... 😊

Deswegen ist der Kanal ein beliebtes Ausflugsziel bei Naturliebhabern und Ornithologen. Wir haben uns für eine individuelle Bootssafari in der untergehenden Sonne entschieden. Zwar kostete sie für vier Personen ~400,- €, aber dafür war unsere Gruppe allein auf einem kleineren, flachen Boot. So hatten wir viel Bewegungsfreiheit beim Fotografieren und waren auf Augenhöhe der Tiere. Der Kapitän fuhr das Boot immer in eine perfekte Fotoposition und wir konnten entscheiden, wie lange wir bei jedem Tier blieben.
Bootsausflug auf dem Kazinga Kanal

An Land ruhen Büffel, Flusspferde, Krokodile und dazwischen suchen Nil-Warane nach Fressbarem. Und mit ein wenig Glück kann man - vor allem in der Trockenzeit - Elefanten beim Trinken am Ufer beobachten. Daneben gibt es unzählige Vögel zu beobachten. Von dem beeindruckenden Schreiseeadler, über verschiedene Storch-, Reiher- und Ibisarten, Pelikane, Gänse, Möwen, Kormoranen usw. bis hin zu Kolonien von unterschiedlichen Eisvögeln.

Lion Predator Experience

Queen Elizabeth N.P.

Lion Predator Experience -
Queen Elizabeth N.P.

Im Queen Elisabeth N.P. leben z.Zt. ca. 70 Löwen. Um das Verhalten der Löwen besser zu verstehen sind einige von ihnen seit mehreren Jahren besendert. So werden ihre Wege transparent und es kann auf Konflikte reagiert werden, wenn die Tiere die Nationalpark-Grenzen überschreiten.

In der Lion Predator Experience (50,- USD p.P.) wurden wir von einem Forscher begleitet, der die Löwenrudel über ihre Sender aufspürt. Mit dieser Begleitung ist es auch erlaubt, die offiziellen Wege des Parks zu verlassen. So kamen wir den imposanten Tieren außergewöhnlich nahe und haben viel Wissenswertes über ihr Leben aus erster Hand erfahren.

Lion Predator Tracking

In den ca. 2,5 Stunden haben wir neben den zwei Löwenfamilien noch viele andere Tiere gesehen. Eine besonders auffällige Schönheit ist der Milchuhu, eine mittelgroße Eulenart mit violett-rosa Augenliedern. Oder war es doch nur das Weibchen???

Schimpansen Tracking

Kyambura Schlucht

Schimpansen Tracking - Kyambura Schlucht

Die Kyambura -Schlucht ist ein ca. 16km langer und bis ca. 1km breiter Grabenbruch mitten in der Savanne an der Grenze zum Queen Elizabeth N.P.. In der von tropischem Regenwald dicht bewachsenen Schlucht leben z.Zt. 26 teilweise habituierte Schimpansen. Diese sind im Gegensatz zu den Gorillas nicht nur reine Pflanzenfresser sondern fressen regelmäßig auch Fleisch. Sie gehen in Gruppen jagen und eine bevorzugte Beute sind kleinere Affen, z.B. Rotschwanzaffen.

Das Tracking (50,- USD p.P.) beginnt an einer Ranger Station an der Schlucht. Von dort wurden wir mit dem Auto an einen Abstiegspunkt gebracht. Das Klima in der Schlucht ist angenehm kühl. Deutlich unangenehmer sind dagegen die Tsetse-Fliegen, die uns an einer Stelle regelrecht belästigt haben. Ihre Bisse sind schmerzhaft wie die Injektion mit einer Spritze. Aus diesem Grund ist ein guter Insektenschutz in der Schlucht dringend angeraten.

Schimpansen Tracking

Theoretisch sollte das Tracking sehr anstrengend sein und die Chancen auf Schimpansen zu treffen eher gering. Bei den letzten Trackings vor uns wurden auch keine Schimpansen gefunden. Aber wir hatten Glück! Schon nach 10 min. Wanderung sahen wir eine kleine Gruppe zuerst fressend in den Kronen der Feigenbäume. Dann legten sie sich direkt vor uns in den Schatten eines großen Baumes im Laub zur Nachmittags-Siesta nieder. Welch ein Vertrauen der Tiere...

Batwa Experience Walk

Mgahinga Gorilla N.P.

Batwa Experience Walk - Mgahinga N.P.

Die Batwa sind ein ursprüngliches Volk (Pygmäen), das viele Jahrhunderte im und vom Wald gelebt hat. Über die Zeit hinweg wurde ihr Lebensraum (wie auch der der Berggorillas) durch Abholzung immer weiter minimiert, was natürlich auch zu Konflikten zwischen den Batwa und den in der umliegenden Gegend siedelnden Volksstämmen führte.

Mit der Eröffnung der Nationalparks Anfang der 1990-er Jahre wurden die Batwa zwangsumgesiedelt, mussten den Wald verlassen und ihnen wurde so ihre Lebensgrundlage entzogen. Heute dürfen sie den Nationalpark nur noch nach Anmeldung zum Sammeln von Pflanzen betreten, Jagd ist generell verboten. Ihre einzige Chance vom Nationalpark zu partizipieren ist es, dass sie in sehr authentischen Führungen den Touristen einen Einblick in ihre alte Kultur geben.

Batwa und Guide Lucky

In den 2,5h Wanderung durch den Nationalpark (Batwa Experience Walk, 80,- USD p.P. inkl. N.P. Gebühr) haben uns die Batwa gezeigt, wie der Wald ihre Lebensgrundlage mit Nahrung, Medizin, Werkzeugen und für Behausungen bildete und auch Stätte ihrer Kultur war. Besonders beeindruckt hat uns, wie in weniger als einer Minute Feuer mit einfachsten Mitteln entfacht wurde. Am Ende dieser sehr beeindruckenden Führung steht ein Abstieg in die Ngarama Höhle, die den Batwa als Unterschlupf, Ort für Zeremonien und auch als Speicher gedient hat. Und dort wartet eine Überraschung!

Fazit

Unser Wunsch ging in Erfüllung - wir haben die Berggorillas in ihrem natürliche Lebensraum gesehen... und noch viel, viel mehr. Neben den Nationlaparks und den darin lebenden Wildtieren hat uns besonders die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen Ugandas beeindruckt.

Uganda - wir werden wieder kommen!

Alle Angaben sind unsere persönlichen Erfahrungen und beziehen sich auf den Zeitpunkt September 2018.
Bitte informiert euch vor Reiseantritt über die aktuellen Gegebenheiten vor Ort, wir können keine Gewähr oder Haftung übernehmen.
Kommentare, Feedback und Fragen sind herzlich willkommen! :-)

Leave a comment